MARKETING-WISSEN FÜR DEN MITTELSTAND
Marketingstrategie für Handwerk und Industrie
Eine Marketingstrategie legt fest, welche Kunden du erreichen willst, wofür dein Betrieb stehen soll und wie aus Aufmerksamkeit passende Anfragen werden. Für Inhaber im Handwerk und in der Industrie schafft sie eine Grundlage, auf der sich Werbemaßnahmen gezielt auswählen und beurteilen lassen.
1. Ausgangslage und Ziel festhalten
Sieh dir an, woher deine Aufträge kommen, welche Leistungen gefragt sind und welche Kunden gut zu deinem Unternehmen passen. Beziehe deinen Vertrieb und die Menschen ein, die täglich mit Kunden sprechen. Formuliere anschließend ein konkretes Ziel: beispielsweise mehr Anfragen für eine bestimmte Leistung oder mehr Gespräche mit passenden Geschäftskunden. Berücksichtige dabei deine tatsächlichen Kapazitäten.
2. Kunden und Entscheidungswege verstehen
Im Handwerk können Einsatzgebiet, Erreichbarkeit, nachvollziehbare Leistungen und Vertrauen eine wichtige Rolle spielen. In der Industrie kommen häufig mehrere Ansprechpartner, technische Anforderungen und längere Entscheidungsprozesse hinzu. Das sind Ausgangspunkte für deine Analyse, keine festen Regeln für jeden Betrieb. Frage deine Kunden, warum sie sich für dich entschieden haben und welche Informationen ihnen zuvor gefehlt haben.
3. Eine belegbare Positionierung entwickeln
„Qualität und Service“ ist als Aussage allein wenig konkret. Beschreibe genauer, für welche Aufgabe dein Unternehmen besonders geeignet ist. Das können spezielle Fertigungsmöglichkeiten, Erfahrung mit bestimmten Anforderungen oder ein klar organisierter Ablauf sein. Verwende nur Aussagen, die du mit Leistungen, Arbeitsproben oder nachvollziehbaren Beispielen belegen kannst.
4. Maßnahmen aus dem Ziel ableiten
Wähle erst jetzt die passenden Kanäle und Werbemittel. Ein regionaler Betrieb muss anders gefunden werden als ein spezialisierter Zulieferer mit einem überregionalen Kundenkreis. Eine Website, persönliche Vertriebsunterlagen, Suchmaschineninhalte oder ein Kundenmagazin sollten jeweils eine erkennbare Aufgabe erfüllen. Wenige gut betreute Maßnahmen sind ein sinnvoller Anfang, wenn Zeit und Budget begrenzt sind.
5. Den Weg von der Anfrage zum Auftrag organisieren
Marketing endet nicht beim Klick. Lege fest, wer neue Anfragen bearbeitet, welche Angaben benötigt werden und wann nachgefasst wird. Prüfe auch, ob Werbung und Verkaufsgespräch dasselbe versprechen. Wenn ein Interessent auf der Website Orientierung sucht, sollte er ohne Umwege verstehen, was du anbietest und wie er den nächsten Schritt gehen kann.
6. Ergebnisse regelmäßig auswerten
Betrachte nicht nur Besucherzahlen. Halte fest, wie viele passende Anfragen entstehen, wie viele davon zu Angeboten führen und welche Aufträge daraus werden. Bewerte die Ergebnisse im Verhältnis zu Aufwand, Budget und deinem üblichen Verkaufszyklus. Besprich mit deinem Partner, was beibehalten, verbessert oder beendet werden sollte.
Wer begleitet die Umsetzung?
Ein Konzept braucht Verantwortliche. Kläre, welche Aufgaben dein Team übernimmt und wo externe Erfahrung nötig ist. Eine strukturierte Auswahlhilfe findest du unter Die passende Marketingagentur für den Mittelstand finden.
Der nächste Schritt: Zusammenhänge verstehen
„So geht Marketing!“ von Nils Brennecke richtet sich an Unternehmer und Inhaber im Mittelstand, insbesondere in Handwerk und Industrie. Das gebundene Buch mit 276 Seiten gibt dir Impulse, Marketing als Gesamtaufgabe zu betrachten und die Zusammenarbeit mit Profis vorzubereiten. Mehr über den Autor und seine Erfahrung.